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Persönliche Eindrücke von der Cebit

CeBIT

Prominenz auf der CeBIT: Jon Maddog Hal, Klaus Knopper und eine Frau Merkel

Am Donnerstag den 09. März war ich dienstlich auf der CeBIT in Hannover. Zwischen den Firmen-Gesprächen nutzte ich die Gelegenheit in der Halle 5 im Linux Park - Das erinnert mich immer an das kleine Dorf in Gallien umgeben von den den bösen Redmondern in den anderen Hallen - den Vorträgen zu lauschen. Eine lebende Legende - mit einer gewissen Ähnlichkeit zu dem Druiden aus dem schon erwähnten Ort - hielt einen bewegenden und gut besuchten Vortrag - Jon Maddog Hal. Auf jeden Fall hat mich diese Persönlichkeit wesentlich mehr beeindruckt, als unsere Frau Bundeskanzlerin, die mir kurz zuvor zusammen mit unseren Ministerpräsidenten Wulff in Halle 1 beim Siemens Stand über den Weg gelaufen ist.

Dann folgte ein Vortrag von Klaus Knopper - dem Knoppix Erfinder. Ich hatte ja schon auf einigen Messen Gelegenheit ihm zuzuhören und auch mit ihm persönlich zu sprechen, aber dieser Vortrag hinterließ im mittleren Teil doch eine sehr sprachlose Zuhörerschaft. Denn Herr Knopper zeigte knallhart auf, wie die Entwicklung in der Computerbranche in den nächsten 100 Jahren weiter gehen kann, wenn den großen Software- und Medienkonzernen - wie in den letzten Jahren schon geschehen - immer mehr Macht zugesprochen wird. In den nächsten 5 bis 10 Jahren werden die kleinen Softwarefirmen wegen den Softwarepatenten aussterben. Kurz danach wird dank DRM es keine Möglichkeit mehr geben, Daten auf einen eigenen Datenträger zu speichern. Wenn man etwas speichern möchte, dann gegen Gebühr bei seinen Service-Provider. Irgendwann wird es überhaupt keine universellen Computer mehr geben, da alles in einem DRM geschützten Multimediacenter enthalten ist usw.

Klaus Knopper ist wahrlich ein sehr charismatischer Redner, ich kann nur jedem empfehlen mal einen Vortrag von ihm zu besuchen. Und sei es nur der tägliche Knoppix 5.0 Vortrag um 12Uhr auf der CeBIT. Ich wünschte nur unsere Politiker würden mal ab und zu auch solchen Menschen mit echten Weitblick in ihren Fachbereichen zuhören, statt den Lobbyisten der Großkonzerne.

11.03.2006 Norbert Schulze (Ubuntuusers Benutzername: LXer)

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