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[Update] Ubuntu 12.04 LTS „Precise Pangolin“ ist erschienen

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Heute war es endlich soweit: Der Precise-Countdown sprang auf 0, was bedeutet, dass die 16. Ubuntu-Version namens „Precise Pangolin“ das Licht der Welt erblickte und damit den Entwicklungsstatus verlassen hat. Anwender können sich auf eine Menge neuer Eigenschaften freuen.

Nur vier Wochen nach der Veröffentlichung der zweiten Betaversion ist heute wie geplant (siehe Precise Release Schedule) die finale Version von „Precise Pangolinfreigegeben worden. Das ubuntuusers-Team möchte allen Anwendern nachfolgende Hinweise ans Herz legen:

Hinweis:

Der Unity-3D-Desktop verlangt auf dem Rechner ein funktionierendes Compiz (ausreichende 3D-Beschleunigung). Da beim Unity-3D-Desktop die Desktop-Effekte zwingender Bestandteil sind, wurde die relevante Einstellung für die visuellen Effekte entfernt.

Achtung!

Durch die Verwendung von PAE im Standard-Kernel sind einige ältere 32-Bit-Prozessoren wie z.B. der Pentium M „Banias“ nicht mehr für Ubuntu geeignet. Da PAE fest im Kernel einkompiliert ist, hilft auch kein Boot-Parameter. Diese Einschränkung betrifft Ubuntu und Kubuntu. Vor einem Update oder Upgrade wird ein Funktionstest mit der Live-CD oder Live-USB dringend empfohlen!
Xubuntu und Lubuntu verwenden dagegen in der Voreinstellung einen Kernel ohne PAE. Unter Umständen kann es daher notwendig sein, ein Installationsmedium dieser beiden Ubuntu-Varianten zu verwenden und später die gewünschte Desktop-Umgebung nachzuinstallieren.

Eile ist nicht geboten: Ubuntu 10.04 LTS Lucid Lynx und Ubuntu 11.10 Oneiric Ocelot werden jeweils noch ein Jahr und Ubuntu 11.04 Natty Narwhal noch ein halbes Jahr mit Aktualisierungen versorgt. Abweichend vom Debian-Releasezyklus („It's done when it's done!“) veröffentlicht Canonical zu vorher festgelegten Terminen. Dadurch, dass sich die Veröffentlichungs- und EOL-Termine der Ubuntuversionen gewollt überschneiden, können Fehlerbehebungen und -verbesserungen auch nach einem Release eingespielt werden.

Hinweis:

Nutzer der LTS-Version Ubuntu 10.04 Lucid Lynx erhalten einen Hinweis auf ein verfügbares Upgrade auf Precise frühestens mit dem ersten Point Release, das am 23. August 2012 erscheinen soll:
„If currently running lucid, we'll not prompt them for LTS to LTS upgrade until the point release comes out (12.04.1).“
Quelle: Blueprint LTS upgrades 🇬🇧

Neuigkeiten

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Precise Pangolin (Vlad Gerasimov)

Ubuntu 12.04 enthält neben aktualisierter Software auch den neuen Kernel 3.2. Das Standarddateisystem bei der Installation ist nach wie vor ext4, welches erstmals in Karmic Koala Einzug hielt. Rhythmbox ersetzte als Standard-Musikclient Banshee und erhielt ebenfalls die Anbindung an den Ubuntu One Musicstore; auch Tomboy flog, nebst Mono aus der Standardinstallation. Anwender können nun erstmals Unitys Head-Up-Display einsetzen. Wie schon in Oneiric ist statt Evolution wieder Thunderbird der Standard-Mailclient und anstelle des Paket-Managers Synaptic wird weiterhin das Software-Center ausgeliefert. Natürlich lassen sich all diese Programme optional installieren. Sehr interessant könnte auch eine weitere neue Funktion namens OneConf sein, die es ermöglicht, über Ubuntu One und das Software-Center die installierten Programme und Konfigurationsdateien zwischen mehreren Ubuntu-Installationen zu synchronisieren. Dazu navigiert man im Software-Center zu "Datei → Zwischen Rechner abgleichen". Precise kommt mit Firefox und Thunderbird in Version 11.0, dem X-Server von X.org in Version 1.10 und GNOME 3.4 (teilweise auch noch 3.2) respektive des schon von Natty und Oneiric bekannte Unity, welches komplett überarbeitet nun in Version 5.10 vorliegt. Zudem wurde die Office-Suite LibreOffice auf den neuesten Stand (Version 3.5.2) gebracht. Das Backuptool Déjà Dup komplettiert 12.04 ebenso wie LightDM als neuer, alter Displaymanager. Einfacher wird es für Nutzer von 64bit-Architekturen, die nun von der Multiarch-Technik profitieren können. Wer sich eingehender mit dieser Technik beschäftigen will, findet dazu einen detaillierten Artikel in Fernmanns Blog: „Multiarch ermöglicht es, Anwendungen und Bibliotheken zu installieren, die für eine Architektur gebaut wurden, die entweder als Fallback von der eigenen Architektur oder von einem Emulator (wie QEMU) unterstützt wird.“ Anwender, die sich detailliert über die Änderungen und Neuerungen in Precise Pangolin informieren möchten, können diese in den Release Notes 🇬🇧 finden.

Unity

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Die neuen Unity-Einstellungen

Die Neuerungen von Unity sind größtenteils unter der Haube zu finden. Naturgemäß wurde die LTS-Version dazu genutzt, die Stabilität der einzelnen Programme auf einen hohen Standard zu bringen. Dieser Grundsatz gilt auch und insbesondere für Unity. Wurde der Desktop in Maverick erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, wurden die Versionen Natty und Oneiric dazu genutzt, Fehler auszumerzen, Features zu implementieren und den neuen Desktop überhaupt zum Laufen zu kriegen. Auch auf Kritikpunkte der Anwender wurde eingegangen. So kann man Unity nun von Haus aus feiner justieren. Der dazugehörige Menüpunkt findet sich unter "Systemeinstellungen" → "Darstellung". Über die beiden Reiter Erscheinungsbild und Verhalten kann man so zum Beispiel das Verhalten des Launchers und die Größe der dort hinterlegten Icons einstellen. Auch den neuen Punkt Privacy wird man in den Systemeinstellungen finden. Darüber kann man die Anzeige und Aktivitäten der Dash steuern bzw. an- oder ausschalten. Screenshots und Erklärungen dazu hat ein Artikel bei OMG! Ubuntu! 🇬🇧 . Ein nagelneues Feature hält mit Precise erstmals Einzug in Unity: Das Head-Up-Display, kurz HUD. HUD soll das mit Unity eingeführte Globale Menü in der Titelleiste mittel- bis langfristig ersetzen. Technisch basiert das HUD auf dessen Mechanismus, welcher das Menü des jeweils aktiven Fensters am oberen Bildschirmrand anzeigt. Aktiviert wird das HUD mit der Alt -Taste. Ist ein Programm aktiv, so geht das HUD davon aus, dass man Befehle an selbiges abgeben möchte. Siehe auch Ikhaya: Head-Up-Display – Neuartiges Menü für Ubuntu, Unity/HUD und Introducing the HUD to Ubuntu 🇬🇧 für weitere Informationen. Natürlich wurden auch weitere Kleinigkeiten angepasst. So erhielt der Starter von Nautlius eine erweiterte und komplett neue Quicklist 🇬🇧 (Rechtsklick auf das Icon). Drückt man lange die Windows -Taste, so erhält man eine Übersicht aller Tastenkombinationen.

Kleinigkeiten

  • Bis Ubuntu 11.10 war die Administratorengruppe mit Root-Privilegien durch sudo die Gruppe admin. Aus Kompatibilitätsgründen zu Debian und sudo selbst, heißt diese Gruppe nun sudo. Nutzer in der bisherigen Gruppe admin werden jedoch als solche erkannt.

  • Die automatischen Apport-Fehlermeldungen überprüfen nun auf der Clientseite auf Duplikate, so dass unnötige und doppelte Fehlermeldungen vermieden werden.

  • Installiert man Software über das Software-Center entfällt zukünftig der separate Check nach Übersetzungen und Sprachdateien, da diese automatisch mit installiert werden.

  • Das Paket PowerManagement-Utils (pm-utils) enthält zwei neue Skripte, die USB- und PCI-Geräte im Batteriemodus herunterregeln können. Auch eine gewisse Anzahl an Desktop-Paketen wurden modifiziert, so dass sie seltener aufwachen. Beide Maßnahmen reduzieren den Stromverbrauch.

  • Das Paket resolvconf verwaltet nun die Datei /etc/resolv.conf auf allen Ubuntusystemen. Systeme, die den Network-Manager nutzen, lösen das DNS durch dnsmasq auf (weitere Informationen 🇬🇧 ).

  • Die Ausgabe von Upstart-Jobs wird nun in „Per-Job“-Dateien in /var/log/upstart geloggt, sofern nicht anders spezifiziert (siehe init(5) 🇬🇧 ).

Andere Desktopumgebungen

Kubuntu

In Kubuntu wurde KDE komplett auf den aktuellsten Stand gebracht, so dass nun KDE SC 4.8 zum Einsatz kommt, welches im Januar veröffentlicht wurde. Amarok ist nun in Version 2.5 dabei, welches nun ebenfalls eine MP3-Onlineshop bekommen hat. Genauere Neuerungen lassen sich im Ikhaya-Artikel: zur Veröffentlichung von KDE 4.8 nachlesen. Da auch Kubuntu eine LTS-Version ist, sind keine sehr großen Änderungen eingeflossen und es wurde hauptsächlich an der Stabilität des Gesamtsystems gearbeitet. Mit Kubuntu Active gibt es eine spezielle Kubuntu-Derivat welches speziell auf Tablets angepasst ist und nutzt KDE Active 🇬🇧. Kubuntu Active gibt es als separates Iso-Image, welches zur Zeit lediglich in einer 32-Bit Variante vorliegt.

Xubuntu

Auch in Xubuntu sind einige Änderungen eingeflossen, so erhält auch Xubuntu einen non-PAE Kernel für i386 Images. Ebenfalls wurden viele Tastaturkürzel verändert, hinzugefügt und auch gelöscht. Weiterhin wurden viele Verbesserungen am Aussehen durchgeführt und es wurden einige Fehler an Greybird, Ubiquity, Plymouth, LightDM sowie am Terminal Theme behoben. Ebenfalls werden nun Updates und Patches von Debian und weiteren Upstream-Projekten eingepflegt. Darunter unter anderem der XFCE Power-Manager, Ristretto und gmusicbrowser. xfdesktop4 wurde aktualisiert und unterstützt neben den Einfach-Klick zum Öffnen von Dateien auch noch Miniaturansichten. Mit der Aktualisierung von xfce4-settings sind nun auch neue Einstellungsmöglichkeiten für die Maus und Touchpad enthalten. Weitere Informationen zum Release von Xubuntu lassen sich in den Release Notes 🇬🇧 nachlesen.

Lubuntu

Lubuntu ist im Gegensatz zu Ubuntu, Kubuntu und Xubuntu keine LTS-Version und wird nur 18 Monate lang mit Aktualisierungen unterstützt. Wie auch in Ubuntu wird in Lubuntu nun LightDM als Displaymanager eingesetzt. Daneben wurde das Artwork aktualisiert und überarbeitet. Wie auch Ubuntu besitzt Lubuntu nun einen eigenen Software-Center, welches speziell für Lubuntu optimiert wurde. Weiterhin wurde GNOME-Bluetooth: entfernt und durch Blueman ersetzt. Weitere Informationen lassen sich in den Release-Notes 🇬🇧 nachlesen.

Fehler

Obwohl die 16. Ubuntu-Version nun als sogenannte Final vorliegt, gibt es trotz allem noch diverse kleinere Fehler. Diese kann man in den finalen Testreport 🇬🇧 nachlesen.

Downloads

Interessierte Benutzer können Ubuntu 12.04 LTS „Precise Pangolin“ in folgenden Versionen herunterladen.

Hinweis:

Anwender sollten, wann immer möglich, die Torrent-Dateien zum Download verwenden, um die Server zu entlasten.

Anwender können vorher per Live-CD (oder Live-USB) die ISO-Abbilder testen. Dazu bietet sich das von Dustin Kirkland geschriebene Testdrive an. TestDrive ermöglicht es, auf sehr einfachem Wege diese Abbilder auszuprobieren. Das ubuntuusers-Team bietet die Torrent-Dateien von Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu und Lubuntu in den verschiedenen Architekturen traditionell zum Download an, da die Ubuntu-Server unter dem Ansturm gewöhnlich etwas leiden. Interessierte User können sich Ubuntu 12.04 LTS „Precise Pangolin“ in den folgenden Versionen herunterladen:

Torrent-Downloads Ubuntu 12.04 LTS „Precise Pangolin
Ubuntu 12.04 (Unity) Kubuntu 12.04 (KDE)
Wiki/Icons/unity.png Ubuntu Desktop-CD Wiki/Icons/Oxygen/kde.png Kubuntu Desktop-CD
Ubuntu Desktop-CD 64-bit Kubuntu Desktop-CD 64-bit
Ubuntu Alternate-CD Kubuntu Alternate-CD
Ubuntu Alternate-CD 64-bit Kubuntu Alternate-CD 64-bit
Xubuntu 12.04 (Xfce) Lubuntu 12.04 (LXDE)
Xfce/xfce-mouse2.png Xubuntu Desktop-CD LXDE/lxde.png Lubuntu Desktop-CD
Xubuntu Desktop-CD 64-bit Lubuntu Desktop-CD 64-bit
Xubuntu Alternate-CD Lubuntu Alternate-CD
Xubuntu Alternate-CD 64-bit Lubuntu Alternate-CD 64-bit

Support/Hilfestellungen

Anwender können auch im Chat Fragen stellen. Unter #ubuntu-de sind viele Ubuntubenutzer im IRC online, die eventuell Hilfestellungen geben können, außerdem findet man weitere hilfsbereite Anwender im Jabber-Raum ubuntu@conference.ubuntu-jabber.de

Wie geht es weiter?

Es wird nicht langweilig! Die Paketquellen der kommenden Version 12.10 öffnen in der Regel schon kurz nach der Veröffentlichung der finalen Version. In nur sechs Wochen, am 07. Juni, wird gemäß Zeitplan die erste Alpha-Version von Ubuntu 12.10 erscheinen. Die finale Version von Quantal Quetzal soll dann am 18. Oktober 2012 erscheinen. Weitere Informationen zu Ubuntu 12.04 LTS finden sich auf den englischen Ubuntu-Seiten:

Update

Der Veröffentlichungsplan der nächsten Point-Releases von Precise Pangolin wurde angepasst. So erscheint das erste Point Release nicht, wie es ursprünglich geplant am 19. Juli war, sondern erst am 23. August 2012.