ubuntuusers.de

„Ayatana trägt Früchte“ – Über Ubuntu-Indikator-Menüs und NotifyOSD

ubuntu_old.png

Als „Ayatana“ bezeichnet Mark das NotifyOSD in Kombination mit den Indikatormenüs. Sie sollen dem Benutzer ein Bewusstsein davon verschaffen, was außerhalb der gerade benutzten Anwendung abläuft.

Einleitung

Bildschirmfoto-Idikator1.png
Statusindikator - hiermit kann man unter anderem
auch Facebook- und Twitter-Nachrichten absenden

Als Ayatana bezeichnet Mark Shuttleworth in seinem Blog 🇬🇧 ein auf einen längeren Zeitraum angelegtes Projekt. Er rechnet damit, dass das Projekt die volle Reife erst mit Ubuntu 12.04 LTS erreichen werde. Unter diesem Namen werden die Benachrichtigungsfelder (NotifyOSD) und Indikatormenüs zusammengefasst. Während die Benachrichtigungsanzeige alleine vielleicht wenig sinnvoll erscheint, da sie nicht interaktiv ist, entwickelt sie ihren Sinn erst in Kombination mit den Indikatormenüs. Diese Benachrichtigungsanzeige ist nur dazu gedacht, den Anwender dezent auf ein aktuelles Ereignis hinzuweisen. Wenn dieser sich gerade allerdings auf etwas anderes konzentrieren möchte, kann er sie einfach ignorieren – sogar Mausklicks „durch sie hindurch“ sind möglich. Wenn der Benutzer sich allerdings einer solchen Benachrichtigung annehmen möchte, kommen die sogenannten Indikatormenüs ins Spiel: Sie sind interaktiv, das heißt, dass der Benutzer direkt über sie zu dem Programm mit einem Ereignis gelangen kann. Auch wenn man sich gerade nicht an seinem Platz befindet, sollen die Indikatormenüs praktisch sein. Verpasst man hier eine Meldung des NotifyOSD, kann man die Indikatoren einfach aufrufen, um nach vergangenen Ereignissen zu schauen.

Ziele

Mark hofft, dass später auch GNOME und KDE diese Arbeit übernehmen würden. Er gibt aber auch noch weitere Ziele an:

  • Unterstützung von GNOME und KDE: Beide Desktopumgebungen sind wichtig für Ubuntu. Unter anderem könnte es aber zum Beispiel auch der Fall sein, dass ein Anwender eine GNOME-Anwendung unter Kubuntu verwenden möchte bzw. umgekehrt, weshalb APIs und Bibliotheken, die in beiden Umgebungen arbeiten, bereitgestellt werden sollen.

  • Zugänglichkeit: Indikatoren sind ein kritisches Element, denen besondere Beachtung geschenkt werden sollte. Sie zeigen an, ob man online ist, wie spät es ist, wie lange die Batterie noch halten wird usw – dies alles sind wichtige Grundfunktionen, bei denen sichergestellt werden muss, dass sie auch von Leuten mit visuellen und/oder anderen Behinderungen oder Einschränkungen soweit wie möglich zugänglich sind.

  • Vertrautheit und Innovation: Wie immer sind dies zwei Punkte, die immer gewisse Spannungen beherbergen. Innovationen könnten freier Software helfen, weiter nach vorne zu kommen. Allerdings birgt es auch wieder das Risiko, die Gewohnheiten und Erwartungen der Leute nicht stark genug zu beachten.

  • Einheitlichkeit und Benutzbarkeit: Man will ein Ergebnis, welches im großen Ganzen besser benutzbar ist, auch wenn dadurch Individualität verloren gehen könnte.

  • Rationalisierung: Es gibt zu viele Indikatoren, deren Zweck nicht immer klar ist. Auch gibt es zu viele Indikatoren von unterschiedlichen Anwendungen, die alle ungefähr das Gleiche tun, aber auf zu unterschiedlichem Wege. Der Wert der Indikatoren wird erhöht, wenn es weniger von ihnen gäbe und diese offensichtlicher zu verstehen sind.

Pläne

Verschiedene Ideen sollen hierbei aufgegriffen werden schreibt Mark weiter.

  • D-Bus soll als einheitliche Kommunikationsschnittstelle verwendet werden. Dadurch soll es unter anderem auch möglich sein, mit anderen Programmen die Benachrichtigungsanzeigen auswerten zu können. Natürlich wäre dadurch auch eine bessere Portabilität zwischen verschiedenen Desktopumgebungen gewährleistet.

  • Eine festgelegte Positionierung soll für ein – auch an anderen PCs – gewohntes Arbeitsgefühl sorgen. Man wird die Indikatoren rechts oben in den GNOME-Desktop integrieren. Es wird keine zufällige Reihenfolge geben, die sich auch bei unterschiedlichen Sitzungen und Bildschirmauflösungen nicht ändern wird. Außerdem wird es keine Anpassungsmöglichkeiten dessen geben.

  • Erzwungenes Verhalten soll auch für Einheitlichkeit sorgen. Alle Indikatoren werden als Icon oder Text dargestellt und beinhalten ein Menü. Das Klicken auf den Indikator wird das Menü öffnen. Die Tastatursteuerung wird immer funktionieren, dabei sollen die linke und rechte Pfeiltaste entweder ein Untermenü öffnen oder von Indikator zu Indikator springen. Die ganze Anordnung der Indikatoren auf dem Panel wird wie ein einziges Menü zu benutzen sein. Es wird keinen Rechtsklick geben, der sich von der linken Maustaste unterscheidet. Es wird also keine Möglichkeit für eigenwillige Anwendungen geben, eigenwilliges Verhalten mithilfe der Indikatoren umzusetzen.

Geleistete Arbeit

Der erste Teil der Arbeit war nur organisatorisch bedingt. Das Panel in Ubuntu ist sehr allgemein, es lässt den Anwender alle möglichen Arten von Gadgets an allen möglichen Stellen platzieren und all diese Dinge können sich unterschiedlich verhalten. Das Ergebnis hat zwar Innovationen hervorgerufen, aber auch das Panel sehr uneinheitlich gemacht und dadurch letztendlich auch weniger hilfreich.

Man hat das Ubuntu-typische Verhalten der Applikationen analysiert und entschieden, hier aufzuräumen. Der Update-Manager hat seine hartnäckigen Mitteilungsanzeigen verloren und dafür ein direktes Pop-Up-Fenster bekommen. Andere Dinge werden folgen.

Man hat entschieden, ein neues Gadget auf dem Panel einzuführen, welches ein Container für alle Anwendungen sein soll, die dem Ubuntu Ayatana-Schema folgen. So hat man also mit der Arbeit begonnen und eine Zusammenstellung von Indikatoren gemacht. Dies sind zur Zeit die „Sitzung“, „ich“ und die Soundindikatoren.

Auch wurde ein Framework für Anwendungen geschrieben, die ihre eigenen Indikatoren bauen wollen. Das ist der „AppIndicator“, der von Jorge Castro in Lucid Lynx eingebaut wurde, der die vielen Upstreams koordiniert hat und dafür sorgte, dass die Anwendungen sich gut in das Panel integrierten.

Man strebt außerdem danach, neue und innovative Konzepte vorzustellen. Das Ziel ist es, die Anzahl der Indikatoren zu reduzieren sowie die Einheitlichkeit und Nützlichkeit der übrigen Indikatoren zu verbessern. Man hat dazu die Idee der „Kategorie Indikatoren“ entwickelt. Dies sind Indikatoren, die doppelte oder ähnliche Indikatoren aufnehmen können. Anstatt unterschiedliche Indikatoren für jede Anwendung zu haben, gibt es nur einen Indikator für eine ganze Kategorie.

Bildschirmfoto-Indikator2.png
Nachrichtenindikator - Ein Dreieck steht vor
laufenden Anwendungen, aktuelle Nachrichten
werden vom Chatprogramm integriert. Im Hinter-
grund ist zusätzlich das NotifyOSD zu sehen.

Der Nachrichten-Indikator, der die Meldungen vieler verschiedenen Arten von Nachrichten sammelt, ist ein Beispiel hierfür. Anstatt drei verschiedene Icons für E-Mail, IM und Identi.ca bzw Twitter zu besitzen, gibt es bei Ubuntu nur einen Nachrichten-Indikator, der alle diese wichtigen Nachrichten zusammenfasst.

Die drei Standardanwendungen für diese Arten der Kommunikation teilen sich den selben Indikator. Sie sind Teil der gleichen Kategorie. Es gibt benutzerdefinierte APIs für Nachrichten, die folgendes erlauben:

  • Das Einfügen von Einträgen in das Nachrichten-Menü, die sogar angezeigt werden, wenn die entsprechende Anwendung nicht einmal läuft. Das hilft Anwendern, die ohne Umwege eine Aktivität ausführen wollen. Anstatt zu schauen, ob das Mail-Programm gestartet ist, dann dahin zu wechseln oder es zu starten und danach zum Verfassen-Fenster zu gehen, sollte man immer die Möglichkeit haben, neue Nachrichten mit nur zwei Klicks zu schreiben, egal ob das Mail-Programm schon läuft oder nicht.

  • Es gibt die Möglichkeit, spezifische Menüeinträge zum Nachrichten-Indikator hinzuzufügen, die dazu passen. Jede Anwendung bekommt eine eigene „Sektion“ in der Kategorie und kann weitere Menüeinträge zu ihrer Sektion hinzufügen.

  • Alle Anwendungen haben die Möglichkeit, eigene Einträge zu dem Nachrichten-Indikator hinzuzufügen. Der Anwender hat die Möglichkeit, Programme explizit aus dieser Anzeige auszugrenzen. Auch wenn sie deinstalliert werden, werden sie daraus entfernt.

  • Anwendungen zeigen an, ob sie laufen, was durch ein kleines „Abspielen“-Dreieck neben dem Anwendungsicon im Menü angezeigt wird.

Ein weiteres Beispiel für diese Aufräumaktion ist der mit 10.04 LTS eingeführte neue Sitzungsindikator, der beispielsweise das „Herunterfahren/Neu-Starten“-Menü anzeigt, welches unter anderem die gleiche Funktion aufweist wie auch das „Neustart-benötigt“-Icon. Die „Neustart“-Funktion wird dann durch ein „Neustart benötigt“ ersetzt. Hierbei merkt Mark allerdings noch an, dass er etwas wie „Neustart, Installation der Updates wird beendet“ bevorzugen würde…

Der Batterie-Indikator zeigt zum Beispiel den Status von allen möglichen Batterien an, ob es nun der Laptop, die USV, die Funkmaus oder -tastatur ist. Andere Anwendungen, die Batterieinformationen bereithalten, sollen die Möglichkeit haben, sich einfach darin einzufügen.

Genauso sieht es auch mit den Kalender- und Alarmanwendungen aus: Diese sollen sich in den Uhrindikator integrieren. Und eventuell sollen auch alle Anwendungen, welche Downloads durchführen, in einem einzelnen Indikator zusammengefasst werden – zurzeit wird hierüber noch diskutiert.

Zeitplan

Der Grundstein wurde schon gelegt – eine „Indikator-mit-einem-Menü-hinzufügen“-Funktion gibt es schon und wurde für Anwendungsindikatoren in Lucid hinzugefügt.

Ein komplizierter Punkt ist die Organisation der Kategorieindikatoren: Zum Beispiel werden empfangene Nachrichten in einem Indikatormenü zusammengefasst, aber zum selbst-Senden, muss man erst mal auf das „Ich“-Menü zugreifen. Hier gab es schon diverse Diskussionen und einige Entwickler denken, dass man diese Elemente zusammenfassen sollte.

Es wird geplant, die Indikatormenüs durchgehend und stabil ab der im April 2012 kommenden 12.04 LTS anbieten zu können.

„Windicators“

Nun möchte Mark aber noch einen Schritt weiter gehen. Nachdem vor einiger Zeit schon über den seit 10.04 LTS auf der rechten Seite der Titelleiste frei gewordenen Platz diskutiert wurde, scheint Mark nun einen endgültigen Entschluss gefasst zu haben, wie man ihn nutzen kann. Diese Idee soll sogar schon bis Maverick Meerkat in vielen Anwendungen umgesetzt werden. Die Idee wird „Window Indicators“ genannt, kurz auch „Windicators“ und soll Indikatoren rechts oben in die Titelleiste integrieren. So sollen zum Beispiel Offline/Online-Status bei Chatprogrammen, Fortschrittsbalken für Downloads, aber auch Lautstärkeregler, mit denen man die Lautstärke für jede Anwendung einzeln einstellen kann denkbar sein. Für GTK+ hat Canonical bereits eine entsprechende Funktion integriert 🇬🇧 , die sich „Client Side Decorations“ („Anwendungsseitige Fensterdekorationen“) nennt.

Allerdings gibt es auch Gegner hiervon. Der KDE-Entwickler Martin Gräßlin widmet dieser Idee in seinem Blog 🇬🇧 einen ausführlichen Artikel. Er spricht sich ausdrücklich dagegen aus, da diese Veränderung aus Entwicklersicht ein Alptraum sei. Ein Beispiel sei Google Chrome, welches nicht die von Fenstermanagern bereitgestellten Dekorationen benutzt, die dem einheitlichen Aussehen von Anwendungen beitragen. Es wird eine ganz eigene Oberfläche kreiert, welche sich nicht nur durch ein uneinheitliches Aussehen von anderen Anwendungen unterscheidet, sondern auch viele Bugs verursacht. Schaut man sich alle offenen KWin-Bugs zu der genannten Anwendung an, dann erkenne man schnell, warum dies der falsche Weg sei.

Allerdings muss Canonical auch von anderen Seiten noch Kritik einstecken: Darunter von einem Compiz Entwickler 🇬🇧 . Zwar begrüßt der Programmierer die generelle Idee, die hinter den Windicators steckt, allerdings hat auch er von der technischen Seite her starke Bedenken und kritisiert dabei auch Canonicals Haltung, eigene Ideen mit aller Kraft durchziehen zu wollen.

Mehr dazu:

Veröffentlicht von katze_sonne | 5. Mai 2010 12:00 | Kategorie: Rund um Ubuntu | # Fehler im Artikel melden

JaiBee

Avatar von JaiBee
1 5. Mai 2010 12:17

@katze_sonne: Sehr gute Zusammenfassung über den aktuellen Stand. Vielen Dank!

Mal schauen, wie sich die Windicators entwickeln. Momentan kann ich noch nicht nachvollziehen, welchen Nutzen sie haben sollen. Den Anwendungen die Fensterdeko zu überlassen, sehe ich kritisch und ich teile hier die Ansicht des KDE-Entwicklers Martin Gräßlin.

sitronen

2 5. Mai 2010 12:37

Ich wundere mich gerade etwas- Gnome hat in die aktuelle Version der Shell eine Applikation integriert, die ähnliches leistet wie das OSD von Canonical und zudem wunderbar in dessen Workflow integriert ist.
Zu sehen u.a. auf folgendem Video: http://www.youtube.com/user/linux4kix#p/a/u/2/BKvRLXLqPI8 - funkioniert wunderbar. Ich hoffe, dass Canonical nicht etwas verschlimmbessern will wie die Einführung der NotifyOSD in Kubuntu, obwohl KDE ein wunderbar integriertes Anzeigesystem besitzt.

Daniel_le_Rouge

Avatar von Daniel_le_Rouge
3 5. Mai 2010 12:55

Ich finde diese Indikatoren ja ganz nett, aber bei mir funktioniert nur NotifyOSD richtig. Das Applet im Panel kann nur Empathy, Evolution und Gwibber. Außer Gwibber brauch ich davon nichts und wo man andere Anwendungen hinzufügen kann, bleibt mir schleierhaft. Wenn man Evolution und Empathy benutzt ist das schön, aber bei Pidgin und Thunderbird relativ witzlos. Na ja, bis 2012 soll's ja funktionieren.

katze_sonne

Avatar von katze_sonne
4 5. Mai 2010 13:17

@1: Danke! ☺

Zu den Windicators: Den einzigen Vorteil den ich sehe: Individuelle Lautstärkeregelung pro Anwendung, aber andererseits finde ich da eher, dass es mehr von Vorteil wäre, wenn der Fenstermanager das selber machen würde 😉 also automatisch und bei jeder Anwendung (falls das so technisch umsetzbar ist ^^ ich kenne mich mit dieser Materie nicht so wirklich aus)... dann käme es nicht so zu "jede Anwendung kocht ihr eigenes Süppchen" :-/

@2: Du hast Recht, durch GNOME3 dürfte vieles dieser Arbeit über den Haufen geworfen werden. Ich habe dazu nur leider nichts "offizielles" gefunden, deshalb habe ich es nicht in den Artikel mit aufgenommen. Insofern hat man manchmal schon das Gefühl, dass Mark eine gewisse Fähigkeit des vorausschauen seins leider nicht unbeding hat :-/ Klar, so wie es jetzt ist, bringt es schon ein bisschen "Innovation", aber da hätte ich für eine LTS eher auf mehr Stabilität und Fehlerbeseitigung gesetzt und dafür mal die neuen Features weggelassen. Da kann / muss man dann halt noch auf GNOME3 warten - und? Naja, was solls... was die Zukunft bringt wird sich zeigen 😉

Zu KDE kann ich nichts sagen, da ich es nicht benutze 😉 Allerdings ist ja (nach dem was du schreibst) gerade auch diese übergreifende Benachrichtigung geplant...

@3: Jupp, das stimmt leider schon. Aber wie du schon schreibst ist ja Ziel, es für jedes Programm zu haben und auch hofft man ja, dass die Entwickler der Programme es auch als Chance sehen und selber machen... Aber natürlich ist auch hier die Frage, was sich durch Gnome 3 alles ändern wird...

atomfrede

Avatar von atomfrede
5 5. Mai 2010 13:24

Ein schöner Artikel. Macht doch einiges klarer. Das MessageMenu ist gar nicht so schlecht und die Idee dahinter eigentlich auch. Pidgin trägt sich ja schon automatisch in das Menu ein und Thunderbird kann man in 5 Minuten hinzufügen und die anderen entfernen. Wenn das ganze noch über ein "echtes" Konfigurationsmenu/Programm gehen würde wäre es noch besser.

Aber Problem ist wirklich Gnome 3. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie sich diese ganze Arbeit, die Canonical geleistet hat/momentan leistet und noch leisten wird in Gnome 3 integriert. Falls Canonical da ihr eigenes Süppchen weiter kocht, dann wird es schwer für Ubuntu, da alle anderen Distributionen wohl Gnome 3 bevorzugen werden statt Ubuntu spez. Anwendungen zu benutzen.

Würde es besser finden, wenn Canonical und Gnome ihrer Anstregungen bündeln würden um dann den "perfekten" Desktop zu entwerfen. Dann würde vieles auch nicht doppelt programmiert und erdacht werden.

katze_sonne

Avatar von katze_sonne
6 5. Mai 2010 13:42

@5: Jupp, und Canonical sich vor allem erst einmal mit den betroffenen Entwicklern darüber sprechen / einigen würde ^^

-Osiris-

Avatar von -Osiris-
7 5. Mai 2010 13:43

Irgendwie ist Google Chrome auch das einzige Beispiel das in diesem Zusammenhang in jedem Artikel genannt wird... wem dies so stört der kann doch die Systemtitlebars benutzen 😕 Ich bin zwar persönlich kein Fan der linken Ausrichtung der Buttons aber zumindest Chromium hat die Option unter Options/Personal Stuff ganz unten "Use system title bar and borders" und schon ist es aus mit dem Browser eigenen Title-Bar.

Nebenbei individuelle Lautstärke pro Anwendung ist ja auch nichts neues seit wir PulseAudio haben ist das in der Volume Control des PulseAudio Device Choosers doch möglich. Ich weiß nicht ob man die Regler wirklich im Anwendungsfenster selbst benötigt...

katze_sonne

Avatar von katze_sonne
8 5. Mai 2010 13:49

@7: Der Vorteil wäre ja vor allem, dass man schnell drauf zugreifen kann und sich nicht erst überall "durchzuklicken" hat...

Pila

9 5. Mai 2010 14:15

@5: Wie kann ich denn Thunderbird mit ins Messageindikatorcenter eintragen? Ich benutze kein Evolution. ☹

Daniel_le_Rouge

Avatar von Daniel_le_Rouge
10 5. Mai 2010 14:37

@5: Also bei mir ist Pidgin nicht automatisch dabei und wie kann man Thunderbird so hinzufügen, dass dort auch neue E-Mails angezeigt werden? Aber vielleicht gehört diese Frage auch eher ins Forum…

Pila

11 5. Mai 2010 14:56

@10: - create the file /usr/share/indicators/messages/applications/thunderbird (with admin rights) - add the following line in it and save: /usr/share/applications/thunderbird.desktop

So anscheinend. Funktioniert bei mir jedoch nicht.

Pila

12 5. Mai 2010 15:03

Ok klappt, aber ist halt nurn normaler Start von Thunderbird, wie es auch schon von der Zeile heraus bekannt ist. Am schönsten wäre wenn dort noch "Create new message" oder so stände. ☺ Und alles so im "Hintergrund" laufen würde. Aber Thunderbird soll ja erst in der 4.0 unterstützt werden (?)

sitronen

13 5. Mai 2010 15:18

@4 :
Hehe- so wars auch gar nicht gemeint.
Allerdings ist das windows-attention-messages-applet schon in der aktuellen Entwicklerversion der Shell integriert, die u.a. unter ppa:ricotz/testing installierbar ist. Wie ich geschrieben habe, fürchte ich einfach, dass Canonical wie KDE/Kubuntu einen Sonderweg gehen wird.

Daniel_le_Rouge

Avatar von Daniel_le_Rouge
14 5. Mai 2010 15:21

@12: Pidgin klappt bei mir jetzt, auch wenn ICQ nicht richtig funktioniert, aber das ist eine andere Geschichte. Thunderbird habe ich schon mal so eingerichtet, aber nur zum öffnen ist das recht unnütz. Dafür habe ich mein Dock, dass mir auch die Zahl der ungelesenen/neuen Nachrichten anzeigt. Also heißt es für Thunderbird wieder warten.

dandedilia

Avatar von dandedilia
15 5. Mai 2010 16:07

Ich lasse mich einfach überraschen ☺ Bis jetzt haben die Ubuntu-Entwickler alles richtig gemacht finde ich ☺ Ich bin ja mal gespannt wie das aussehen wird wenn Gnome 3 da ist ^^ Ob der aufschrei auch so groß sein wird wie bei der neuen Position der Fensterknöpfe? 😀

JimBanne

16 5. Mai 2010 16:09

Quassy

Avatar von Quassy
17 5. Mai 2010 16:28

»Außerdem wird es keine Anpassungsmöglichkeiten dessen geben.« Ganz toll.

»Es wird keinen Rechtsklick geben, der sich von der linken Maustaste unterscheidet. Es wird also keine Möglichkeit für eigenwillige Anwendungen geben, eigenwilliges Verhalten mithilfe der Indikatoren umzusetzen.« Super.

Dann brauch' man das Teil ja gar nicht erst zu installieren (bzw. schmeist es gleich wieder runter).

rhersel

Avatar von rhersel
18 5. Mai 2010 17:38

Grundsätzlich halte ich die Entwicklungsrichtung für gut. Allerdings ist (zumindest bei mir) das Panel und insbesondere das Indicator-Applet instabil und disfunktional: Applets kommen und gehen wie sie wollen, Grafikfehler bei der Appletdarstellung. Evolution Inbox fehlt ganz oder der Zähler für neue Email bleibt auf Null stehen. Briefumschlag und Lautsprecher lassen sich nicht getrennt voneinander entfernen (nur mit Aufwand) usw. Das sind mir für eine LTS doch zuviele Bugs.

Im englischen Ubuntuforum wird das Indicator-Applet zur Zeit in der Luft zerrissen.

Ich bleibe aber zuversichtliche, dass in den nächsten Wochen einige Beschreibungen auftauchen, wie man die Probleme beheben kann.

danielrichter

19 5. Mai 2010 18:18

Ich bin sehr zufrieden mit der Umsetzung, wie sie unter Lucid zu sehen ist. Genaugenommen war es sogar der Hauptgrund, weshalb ich es kaum erwarten konnte, Lucid auf allen meinen Maschinchen zu installieren. Wirkt wesentlich aufgeräumter und bedienbarer als in vorherigen Versionen. Einzig die separaten Lautstärkeregler, wie sie bis Jaunty verfügbar waren, vermisse ich auf meinem 5.1-Musik-abspiel-PC, denn davon konnte man jeweils eins pro Kanal auf dem Panel platzieren und so mit nur einer Scrollrad-Bewegung mal schnell den Bass regeln u.Ä.

Dass man mittels Cursor-Tasten zwischen den Menüs wechseln kann, finde ich besonders auf dem Netbook praktisch, da dort meistens keine Maus angeschlossen ist und ich daher versuche, möglichst vieles über die Tastatur zu steuern. Was mir in diesem Zusammenhang allerdings noch fehlt, ist eine Tastenkombination, mit der ich jederzeit eines der Menüs öffnen kann - also wie Alt+F1, nur eben für die Benachrichtigungsanzeige. Kennt da jemand was, bzw. eine Möglichkeit, eine solche festzulegen?

Thorsten_Reinbold

20 5. Mai 2010 18:22

Was mich, trotz meinem Respekt für Canoncials Arbeit, nervt ist daß man in den Releases bis 12.x oder was auch immer mit halbgaren Zwischenlösungen genervt wird. Warum entwickelt man sowas nicht erstmal zumindest in die Nähe von "fertig", bevor man es den Nutzern vor die Füße schmeißt?

Zinni

21 5. Mai 2010 18:42

Eine ganz nette Idee, wenn es mal eine einheitliche, brauchbare Backup Lösung geben würde. Wenn schon die Apple Schiene, dann doch bitte so was wie Time-Machine. In Kombination mit den Indikatoren und Statusanzeigen ganz gut. Facebook, Twitter und Co. sind ganz nett aber nicht essentiell.

noskill

Avatar von noskill
22 5. Mai 2010 19:08

Welcher Platz in der Titelleiste?

Muss man wirklich alles mit irgendwelchen Knöpfen überfrachten?

Ich kann sehr gut die Lautstärke meiner Anwendungen auch über die eigentliche Anwendung regeln, ich brauche da keinen Indikator in der Titelleiste.

Irgendwie bedauere ich, in welche Richtung sich Ubuntu in den letzten Monaten bewegt.

Mir persönlich wäre ein stabiles, schnelles System lieber als solche Spielerreien.

Gerade der XServer ist leider noch nicht so das Wahre.

atomfrede

Avatar von atomfrede
23 5. Mai 2010 19:12

@20: "Release early, release often" ☺ Also in Lucid ist die Sache an sich momentan relativ in Ordnung. Vorher hab das auch deinstalliert, weil es mir keinen Nutzen gebracht hat. Und zumindest bei mir ist es auch stabil.

JimBanne

24 5. Mai 2010 19:53

@19: Die Menüs kann man über Windows + S und Windows + M erreichen.

JimBanne

25 5. Mai 2010 19:59

@21: Zum Thema Backup gabs neulich das hier: http://www.omgubuntu.co.uk/2010/04/flyback-time-machine-style-backup-for.html

Soll wohl so sein wie Apples Time Machine. Habe es aber nicht ausprobiert. Erfahrungsberichte würden mich aber auch interessieren ☺.

fofolokolipalu

26 5. Mai 2010 20:01

Wie heisst das Message Menu auf Deutsch?

Habe es gelöscht und würde es nun gern wieder mal ausprobieren.

fofolokolipalu

27 5. Mai 2010 20:02

@21: Kann dir BackInTime empfehlen. Tut seinen Dienst gut.

fofolokolipalu

28 5. Mai 2010 20:04

@26: Es heisst Benachrichtigungsfeld. Soviel dazu. 😉

atomfrede

Avatar von atomfrede
29 5. Mai 2010 20:41

BackInTime ist gut. Wer es einfacher mag kann auch Deja-Dup benutzen. Verrichtet seine Arbeit zuverlässig und ohne großen Konfigurationsaufwand

danielrichter

30 5. Mai 2010 21:13

@24: cool, danke. Die fehlende Tastatursteuerung im Benachrichtigungsfeld hatte mich schon immer irgendwie gestört, nun geht es also endlich. 👍

Btw. falls jemand auch das Problem hat: Compiz verwendet Windows+M für den Farbfilter. Um die Tastenkombination zu nutzen musste ich diesen deshalb deaktivieren (im compizconfig-settings-manager; man könnte auch eine andere Kombi zuweisen … ich brauche den Farbfilter aber eh nicht). Seltsamer Weise hat es erst nach einem Neustart funktioniert (selbst der temporäre Wechsel zu Metacity brachte vorher keinen Erfolg).

Pila

31 5. Mai 2010 21:43

Hatte jmd. villeicht auch das Problem, dass im MessageIndicatorcenter nicht die Mailanzeige funktionierte? Bei mir bleibt sie ständig bei 0 stehen, auch wenn ich eine E-Mail empfangen habe. ☹ Btw. ich benutze dafür ein Evolutionkonto mit 3 Hotmailadressen und einer von meiner Uni. mail-notify ist bereits installiert.

Villeicht hat schon jmd. ne Lösung gefunden. Ich habe einige Bugreports durchgeforstet, aber dort auch nix gefunden. ☹

Ximion

Avatar von Ximion
32 5. Mai 2010 22:02

Canonical hat mal wieder nichts von all dem mit den Entwicklern kommuniziert. Martins Bedenken gegen die Windicators sind mehr als berechtigt, die Änderung bremst einiges an Innovation.
Zudem macht Canonical schon wieder einen Alleingang, was dazu führen wird, dass der komplette Linux-Desktop noch uneinheitlicher wird. KDE wird nach dem aktuellen Konzept mit Sicherheit nicht diese Windicators und Indicators integrieren.
Prinzipiell finde ich die Windicators nicht sooo schlecht, aber ohne Freedesktop-Standard ist das Ganze gift für den Standardbasierten Linuxdesktop.
Zudem müssen alle Anwendungen mit Statusbar oder Trayicon umgeschrieben werden, um die neuen Konzepte zu nutzen. Es wird nicht möglich sein, diese zu deaktivieren.
Und entscheide ich mich als Entwickler dazu, das Ubuntu-Konzept zu nutzen, so binde ich, wie man an den Codebeispielen sieht, meine Anwendung voll an Ubuntu und zwinge z.B. Fedoranutzer die Windocators oder Indicators nachzuinstallieren, wenn sie meine Anwendung nutzen wollen....
Solange diese Idee nicht von allen Upstream-Projekten abgesegnet ist, ist das gesamte Konzept für die Tonne. Canonical hat mal wieder verpennt, "Innovationen" mit der Community zu diskutieren, so wie es RedHat vorbildlich seit Jahren macht.

danielrichter

33 5. Mai 2010 22:20

@31: Ja, das Problem habe ich auch.

Dachte im Beta-Test, es liegt daran, dass ich Evolution 2.30 installiert hatte, aber auch mit der mitgelieferten Version funktioniert es nicht. ☹

Bin auch sehr an einer Lösung interessiert!

Daniel_le_Rouge

Avatar von Daniel_le_Rouge
34 5. Mai 2010 22:29

Also, ich finde die Idee mittlerweile extrem halbgar. Dieses Indicator applet ist doch eine Mischung aus Benachrichtigung und Menü. Benachrichtigungen sind ja völlig in Ordnung. Aber scheinbar funktioniert's Evolution nur fehlerhaft und mit Thunderbird, hab ich's nochmal getestet gar nicht. Pidgin und Empathy okay. Aber dann funktioniert nur eine Funktion, die des Chats, richtig. Abgesehen davon ist es schwer überflüssig, dass ich dort Programme öffnen kann. Dafür gibt's Starter, ein Menü und Docks. Jetzt noch ein Indikator. Er kann seine ursprüngliche Funktion nicht richtig und die andere macht er noch halb, obwohl sie keiner brauch. Ich finde das Ding völlig unausgereift und momentan mehr als flüssig … überflüssig.

detructor15

35 5. Mai 2010 23:40

ich finds ja absolut lustig...zuerst hacken alle auf Canonical rum von wegen "die machen nix". Jetzt machen sie was (was auch noch gut ist...okay, das mit dem links/rechts kram war bullshit aber die idee mit den windicators ist genial) und dann ist das auch wieder nicht recht.

urkomisch das ganze...und das die KDEler und der Compiz dev damit gar nicht einverstanden sind ist vollkommen logisch: die sind neidisch weil sie nicht selbst drauf gekommen sind.

Pila

36 6. Mai 2010 00:04

Die Idee finde ich auch gut und so. Bin damit auch zufrieden nur dass es nicht völlig korrekt umgesetzt worden ist. Ich verstehe ja das Fehler passieren, aber so ein offensichtlicher mit der E-Mailinbox ist schon blöd. ☺ Das System an sich ist aber nach wie vor ne tolle Entdeckung, dass sehe ich genauso.

lakerz

Avatar von lakerz
37 6. Mai 2010 01:41

Kann mir jemand erklären warum überhaupt soviel Energie auf dieses Benachrichtigungen-Thema verwendet wird? Seit Monaten (oder inzwischen vielleicht Jahren?) ist dass einer der Themen bei Ubuntu, ach wir brauchen unbedingt ein neues System, von Version zu Version wird viel daran geschraubt, es soll ja immer toller werden... und ich frag mich ein bisschen für was? Ist dass denn nicht ein kleiner Randbereich? Ja natürlich schaut einigermaßen nett aus wie es jetzt ist (abgesehen von einigen Fehlern), aber was ist denn der allzu große Unterschied zu den hässlichen gelben Kästchen früher? Was ist überhaupt an diesem Thema so hoch relevant dass sich so viel darum dreht? Selbst wenn das jetzige System so viel besser ist, selbst wenn es noch viel besser wird - das ist doch ein sehr kleiner Randbereich des Desktops, "wuhu" es hat sich was an den Benachrichtigungen nach 6 Monaten getan, und? 😉

Klar, vielleicht seh ich die Notwendigkeit einfach nicht so, vielleicht wird es auch in Zeiten des Social Desktops immer wichtiger, welcher mich eher ein wenig kalt lässt. Mag sein. Aber dann muss ich doch sagen, wenn es um so etwas wie die Benachrichtigungen geht, dann ist vor allem eines wichtig: Das es einen Standard gibt für alle Distributionen und Oberflächen, damit:

- sich ein Entwickler keine Sorgen darüber machen muss wie und ob dass bei seinem Programm bei welcher Distribution wohl laufen mag - sich die Distributoren nicht um jedes Programm einzeln kümmern müssen damit es richtig funktioniert

csx

Avatar von csx
38 6. Mai 2010 02:50

Schade. Wiedermal verhaspelt man sich in ueberfluessigen Details und Ideen. Das waere ein schwerer Schlag fuer Ubuntu und Linux allgemein, wenn dies versucht wuerde. Es ist zu kompliziert fuer einfache User (die eigentliche Ubuntu-Zielgruppe) und zerstoert das zwischen alles Systemen (Gnome, KDE, Windows, OSX, etc.) einheitliche Fensterkonzept. Es gibt noch genug Baustellen, da muss man nicht eine neue Grossbaustelle anfangen, zumal eine ueberflussige. ☹

simpson-fan

39 6. Mai 2010 09:50

@37: Nichts für ungut, aber mir wird schon etwas schwummerig wenn ich deinen Beitrag so lese: www.dassdas.com

lakerz

Avatar von lakerz
40 6. Mai 2010 15:14

@39: Tut mir Leid für dich, mir glücklicherweise nicht 😉

mgraesslin

Avatar von mgraesslin
41 6. Mai 2010 18:40

@35: da ich der einzige KDE-ler bin, der sich bisher zu dem Thema geäußert hat, gilt das wohl mir: ich versichere dir hiermit, dass ich nicht neidisch bin. Die Idee der Windicators ist auch nicht neu und wird in ähnlicher Art und weise so ziemlich einmal pro Monat als Feature Request bei uns im Bugtracker eingereicht. Du kannst dort in den Kommentaren nachlesen, warum ich es für eine schlechte Idee halte.

Das nächste mal bevor du jemandem Neid unterstellst, solltest du auch genau lesen, so sagt SmSpillaz, dass er die Idee nicht schlecht findet und auch ich habe mich nicht explizit gegen Windicators sondern gegen client-side-window-decorations ausgesprochen.

qpid

Avatar von qpid
42 6. Mai 2010 22:14

Danke an den Autor für diese großartige Zusammenfassung!

Allerdings muss ich gestehen, dass selbst der vielen Erläuterungen, ich ab und an einfach nicht mehr wusste was genau gemeint ist.

eiapopeia13

43 6. Mai 2010 23:08

@35: Nun ja, die "KDLer" wird es eh nicht ansprechen, da es nicht konfigurierbar ist. Die (und da schließe ich mich deutlich mit ein) wollen eben den Desktop so anpassen, wie es ihnen gefällt.

Ich hab nix gegen wunderbare Default-Werte und Einstellungen. Allerdings sollte die Sache anpassbar sein.

Ich hab mir zum Beispiel einen Button in die Titelzeile von Fenstern gepappt, mit dem ich das jeweilige Fenster im Vordergrund halten kann. Ich brauche das oft, 99,9% der User nicht. Gut, dass ich es ändern kann und mich nicht jedes Mal durch Menüs hangeln muss.

ghettoblaster

Avatar von ghettoblaster
44 7. Mai 2010 08:30

Guter Artikel! Ich finde die Bestrebungen, alles schön zusammenzufassen gut(notifications/indikatoren) Aber Windicators halte ich für Blödsinn.. Die widersprechen meiner Meinung nach dem Gedanken, alles schön zu reduzieren. ich habe bei meinem Ubuntu z.b. auch das Fenstermenu deaktiviert, weil ich es noch nie gebraucht habe. sieht gleich viel schöner aus. ich glaube auch, dass mit Windicators nichts gewonnen wird sondern eher die User verwirrt werden.

WvBraun

45 7. Mai 2010 12:52

@43: Moment, Moment - ich bin zum Beispiel kein KDE-Fan. Ich mag es eben einfach nicht. Aber auch als einer, der GNOME bevorzugt, finde ich es nicht gut, wenn unkonfigurierbare Änderungen eingefügt werden.

Ich finde es gut, dass man versucht, hier mal etwas Neues zu machen. Warum auch nicht, denn Innovationen kann man nur machen, wenn man mit Altem bricht. ABER: ich finde es auch wichtig, dass man den Nutzern hier die Freiheit lässt, entweder das Neue zu nutzen oder eben nicht. Sicher kann man auch einfach zu anderen Distributionen wechseln. Das ist wohl sicher nicht das Ziel der Aktion, denn einer, der erst mal weg ist von einer bestimmten Distribution, der kommt so schnell nicht wieder. Probiert auch gerne die Indicators aus, ist vielleicht langfristig eine nette Idee. Ich will aber auch die Möglichkeit haben, die so anzuordnen, wie ICH will. Mein Rechner ist nämlich mein Sklave und der hat immer zu machen, was ich sage. Das Betriebssystem ist sozusagen die Vermittlung zwischen meinem Willen und dem Rechner. Wenn nicht mal der Vermittler Lust hat, meine Befehle umzusetzen, wer soll es denn dann machen. Dann trete ich aber nicht dem Rechner in den Allerwertesten, sondern rede mal ein ernstes Wort mit der Vermittlung - die fliegt auch raus, wenn sie nicht macht, was ich sage.

Meine persönliche Meinung ist auch, dass jemand der einfach eine gestaltete und kaum modifizierbare Lösung sucht, bei den Standardprodukten von Betriebssystemanbietern nicht schlecht aufgehoben ist. Das schöne an Linux ist NICHT, dass es nichts kostet - mit jedem Rechner bekommt man ein System, oder es gibt Mittel und Wege, das weiß jeder - sondern, dass man alles so einstellen und modifizieren kann, dass es einem persönlich das optimale Werkzeug ist. Wenn ich das will, dann sollte mich das System das lassen, ansonsten ist es natürlich schön, wenn es schon wohlkonfiguriert daherkommt.

Fazit: Ich finde es gut, wenn hier mal über neue innovative Konzepte nachgedacht wird - aber NICHT um den Preis, dass es dadurch weniger Standards gibt und man weniger Konfigurationsmöglichkeiten hat.

So viel von mir, Wv

Juice17

46 8. Mai 2010 17:05

Was ich nie verstanden habe: Warum ist notifiy-osd so programmiert worden, dass sich die Benachrichtigungen nicht anklicken lassen? Bei dem Pendant auf Mac OS "Growl" ist dies möglich. Wenn man nun zum Beispiel eine Nachricht in Adium oder Thunderbird bekommt, kann man auf die auftauchende Benachrichtigung klicken und gelangt sofort zum aufrufenden Fenster.

lakerz

Avatar von lakerz
47 10. Mai 2010 12:21

@46: Ja, das vermisse ich auch stark - jetzt werde ich informiert das irgendwo in meinen Programmen etwas geschieht - und statt auf die Benachrichtigung zu klicken um mehr zu erfahren (= aufs Programm kommen), muss ich mir umständlich erst herraussuchen wo sich das Programm gerade befindet.

WvBraun

48 10. Mai 2010 17:46

@46: und @47: Das ist einfach zu erklären - man braucht das für das so genannnte 'click through'. Das heißt, wenn die Notifications ein Fenster verdecken, wo man dran will, kann man einfach hingehen, als wären die Notifications nicht da. Sie werden transparenter, als sie es schon sind, und man klick einfach in die jeweilige Anwendung.

Leider ist es nun so, dass inkonsistenterweise dazu nun ein Abstand zum oberen Bildschirmrand eingehalten wird (also bei sog. asynchronen Benachrichtigungen), um irgendwelche Fensterbereiche dort oben nicht zu verdecken. Aber das ist ein anderes Märchen.

Ich find' das schon OK so wie es ist. Allerdings hätte ich da auch eine Idee: Hält man irgendeine Modifier-Taste (keine Ahnung - Umschalt, Windows, Alt, ...) und klickt auf die Meldung, wird das meldungserzeugende Programm herbeigeholt. Das sollte dann die Wünsche der Durchklicker und die Wünsche der Draufklicker befriedigen. Scheitern wird es höchstens an der in letzter Zeit manchmal praktizierten Philosophie des 'Ist so, kann man nicht einstellen und wird auch immer so bleiben. Feierabend, Howgh, habe gesprochen.' Aber vielleicht gibt es ja noch wuseliges Personal, was sich davon nicht beeindrucken lässt 😉

Wäre doch mal schön - sollen wir so was mal brainstormisieren?

MfG, Wv

katze_sonne

Avatar von katze_sonne
49 10. Mai 2010 22:10

@43: Ich habe mir einfach per Compiz Einstellungsmanager die Tastenkombi Super+F1 (Windowstaste → Super unter Linux) gesetzt. Und schwuppdiwupp bleiben die Fenster wo sie sind. Ich benutze es z.B. bei Jabberbenachrichtigungen über neue Beiträge hier im Forum, damit ich ersteinmal alle gleichzeitig öffnen kann ohne wieder andauernd zurückzumüssen zum Chatfenster.

@46, @47: Ich verstehe genau, was du meinst, die gleiche Frage habe ich mir auch oft gestellt. Mich nervt es auch heute noch manchmal, aber bei der Idee dahinter gibt es leider keine andere Möglichkeit (obwohl ein springen zu der entsprechenden Notify durch eine Tastenkombi doch eine Idee wäre ☺ ). Der Sinn des Ganzen hat sich mir auch erst durch das Schreiben dieses Artikels ergeben. Du kannst nämlich einerseits "durch diese Notifys durchklicken", d.h., wenn die etwas verbergen und du gerade was anderes wichtiges zu tun hast und dir nichts vom Computer aufdrängen lassen möchtest, was durchaus auch Sinn der Sache ist, brauchst du nicht erst eine Interaktion mit ihnen durchführen und dich somit ablenken lassen. Beispiel: Du bist in einem Chat, alle 6 Sekunden kommt 'ne Nachricht eingetrudelt. Du musst aber gerade Hausaufgaben für die Schule recherchieren (und wenn du kein Schüler mehr bist, dann halt was anderes wichtiges im Internet). Du surfst mit Firfox, musst etwas in das Suchfeld eingeben, damit du es nicht vergisst, was unweigerlich passieren würde, wenn du den Chat erst anschauen würde. Tja, das Suchfeld wird aber verborgen. Also sobald du die Maus draufschiebst: Die Notify ist durchsichtig. Du kannst auch durchklicken, einfach ungestört weiterarbeiten. Müsstest du aber erstmal draufklicken um sie wegzubekommen - alle 6 Sekunden kommen neue lapidare Chatnachrichte, z.B. im IRC? - würde die Arbeit massiv gestört. Erst in Kombination mit den Indikatoren über die man diese Nachrichten aufrufen können soll macht der/die/das Notify-Ding ja erst Sinn. Der einzige Nachteil dieses Konzeptes: Durch GNOME3 wird es komplett über den Haufen geworfen werden müssen (man sollte gespannt sein 😉 ). Achja und noch einer: Man braucht einen Klick mehr um an die Nachricht zu kommen, vor allem bei Touchpads nicht unbedingt vorteilhaft - und auch mit der Maus kostet das Zeit. Daher wäre die Idee oben von mir mit der Tastenkombi vielleicht auch ganz gut (mit Super + M kann man zwar den Nachrichtenindikator auch öffnen, aber halt gibt es keine mir bekannte Möglichkeit direkt auf die Notification (genau, das war das richtige englische Wort 😉 ) drauf zuzugreifen 😉

@48: Ach genial, damit habe ich ja genau die gleichen Ideen und Vorstellungen wie du gehabt >.< naja, kommt davon wenn man nicht erst mal die Kommentare liest ^^ und dann schreibt - leider weiß man dann aber auch wieder nicht mehr, was in den einzelnen Kommentaren stand die man sich vorgemerkt hat und muss sie zweimal lesen... :-/ Naja, was solls... doppelt hält besser 😉

katze_sonne

Avatar von katze_sonne
50 10. Mai 2010 22:12

@48: Was ich eben noch vergessen hatte: Mach doch gerne mal einen Brainstorm dazu auf! ☺

WvBraun

51 11. Mai 2010 09:45

Zu Eurer werten Information: http://brainstorm.ubuntu.com/idea/23766/ Hier solution #2. Wenn es Euch interessiert, dann votet doch einfach ein bisschen mit ☺

lakerz

Avatar von lakerz
52 11. Mai 2010 10:47

@49: Hmm, das mit dem Durchklicken ist in der Tat ein Punkt, wärend der Entwicklungszeit von 10.04 war eine Zeitlang ein Bug, dass man nicht durchklicken konnte - das hat vielleicht genervt!

Ne Tastenkombination gefällt mir hingegen weniger, da wäre mir schon das Menü lieber, in dem man dann die Notifies sieht um dann drauf zu klicken. Und bei Bedarf ne ganze Notify-History zu öffnen. Wobei man dann auch wieder überlegen muss, was wirklich angezeigt werden soll, die tausend Pidgin Nachrichten wer online geht würden so ein Menü schnell füllen.

Difool

53 12. Mai 2010 08:03

Was gar nicht sein kann ist die mangelnde Anpassungsmöglichkeit. Wiederspricht IMHO jeglicher Linux-Philosophie. Beispiel notify-osd, Anzeigedauer: unter Jaunty Standard-Anzeigezeit 4 Sekunden (ohne Fadein/Fadeout) - das war gerade noch akzeptabel. Unter Ubuntu 9.10: Anzeigezeit *10*(!) Sekunden. Die Meldung "Sie sind Vebunden" - 10 Sekunden lang am Schirm und das nicht mal rechts oben, sondern einen Anzeigeslot darunter, weil der oberste für Regler-Nachrichten offen gehalten wird. Kein Multi-Messaging, was in der Kombination bedeutet: laufen innerhalb von z.B. 10 Sekunden 3 Messages auf, wird brav jede einzelne davon für 10 Sekunden angezeigt - nacheinander, d.h. 30 Sekunden lang diese Bubbles auf dem Bildschirm die mir Dinge anzeigen, die längst um's Eck sind. ISt mir relativ egal, dass ich da durchklicken könnte - die Teile NERVEN. Wer der Notify-Rock tanzen will, muss nur mal seine Wifi-Verbindung rasch hintereinander trennen und wieder aufbauen - macht das 20x und Notify nervt euch über drei Minuten später immer noch brav mit Nachrichten ala "Sie sind Verbunden!" "Sie sind getrennt!" usw. Der Befehl notify-send, mit dem von der Kommandozeile Augaben realisiert werden können, ist dadurch vollkommen nutzlos, da der Schalter für die Anzeigezeit ignoriert wird. Wandelt man z.B. per Script mal eben einen Ordner mit Bildern in ein anders Format um und will jedes bearbeitete Bild per kurzer (!) Message ausgeben lassen, läuft die Anzeige-Warteschlange bei 200 Bildern exakt 200x10 Sekunden, also rund 33 MINUTEN(!) lang durch - das Script selbst macht seinen Job in 15 Sekunden...

Ohne Anpassung an den eigenen Geschmack wird der Krampf bei mir definitiv immer als erstes entsorgt werden (notification-daemon sieht nicht so fancy aus, ist aber im Gegensatz funktional und modifizierbar genug, um brauchbar zu sein). Für's erste habe ich die Anzeigedauer, Position und Farben in den Quellpaketen geändert und eigene Pakete gebaut; das kann's ja aber langfristig echt nicht sein. BTW, nein, das hat nichts damit zu tun, dass das Projekt noch nicht fertig sei; in den Style-Guidelines ist ausdrücklich verankert, dass keinerlei Nutzer-Einfluss auf das Verhalten vorgesehen oder erwünscht ist. Eingereichte Bugs zu diesem Themenkomplex wurden mit won't fix geschlossen (nicht nur meine eigenen, dazu gab's erwartungsgemäß einen ganzen Zoo vom Meldungen - alle abgeschmettert). Sehr merkwürdige Entwicklung, die mit äußerst fadenscheinigen Argumenten unterfüttert wird - so soll einerseits Bildschirm-Clutter mit Benachrichtigungen verhindert werden, aber niemand stört sich an der durch die Verzögerung entstehende Endlos-Flut von aufeinanderfolgenden Messages? Ah ja, klar, das macht natürlich richtig...Sinn....

fuchsfuchsfuchs

Maskottchen

Avatar von fuchsfuchsfuchs
54 13. Mai 2010 12:11

Mit Verweis auf

http://forum.ubuntuusers.de/topic/der-naechste-designfehler-von-canonical/

Es mag inhaltlich oder von der Idee her noch so gut sein, technisch und politisch baut Canonical in meinen Augen einen riesen Bloedsinn damit, und ich hoffe schwer, dass sie damit gewaltig auf die Schnauze fallen.

Linux braucht gemeinsame Entwicklung, gemeinsame Standards, gemeinsamen Effort. Die anderen Distributionen haben das inzwischen langsam begriffen, bei Canonical geht man aktuell genau in die andere Richtung.

Zusammengefasst: erstmal gar nichts machen und profitieren, und wenn man dann mal was macht, dann nicht fuer die Allgemeinheit sondern nur fuer sich selber.

Nun gut.

Fuchs